PRESS - EUROPE
FRANCE
SHOOT ME AGAIN
Le label de Chicago, File 13 rercords est quand même plein de ressources. Cette fois, c'est avec l'italien Franklin Delano, basé à Bologne, qu'il surprend.
"Like A Smoking Gun In Front Of Me" est un album qui m'a renvoyé d'emblée à la No Wave de NY avec les Swans comme porte-drapeau. On y retrouve cette froideur caractéristique du groupe défunt, les mêmes genres de structures et d'ambiances.
Cette album me fait également beaucoup pensé à la collaboration entre Neurosis et Jarboe (ex-Swans justement), ce qui a tendance à déconcerter un peu lors des premières écoutes puisque ni la voix de la fabuleuse Jarboe n'émettra de son, ni les explosions de guitares écrasantes de Neurosis ne viendront frapper.
Ce deuxième album de Franklin Delano se termine avec une longue plage de plus de 11 minutes qui n'est pas sans rappeler aussi les expérimentations musicales et noisy de ses compatriotes de l'Enfance Rouge.
Chroniqué par fred le 27-12-2005
GERMANY
IRIEITES
"Exzentrische Musik konträr zu oberflächlicher Eingängigkeit!" hatte ich am Ende des Reviews zu Califone's "Quicksand/Cradlesnakes" (2003) geschrieben. Eine Kurzcharakterisierung, die auch auf das neue Album "Like A Smoking Gun In Front Of Me" von Franklin Delano zutrifft - nicht nur, weil sich hier auch Califone ausgiebig daran beteiligt hat. Franklin Delano kommen aus Italien und nehmen sich amerikanischer Musik an, die man am besten mit den Etiketten "Alt.Country", "Post Country", "Post Folk" oder wie auch immer versehen kann. Dabei leisten sie ganze Arbeit. Nach ihrem ersten Album "All My Senses Are Senseless Today" haben sie bei ihrem zweiten Album einen anderen, interessanten Weg gewählt. Die Basistracks entstanden daheim in Italien. Mit den Bändern im Gepäck reisten die vier Bandmitglieder nach Chicago und ließen Califone alle Tracks ergänzen. Den Rest hat dann Brian Deck (ex-Califone, Red Red Meat und Produzent von Modest Mouse, Iron & Wine u.a.) mit seinem Knowhow erledigt. Herausgekommen ist ein rundum gutes Album mit Verwandtschaften zu Califone (was nun ja nicht verwundert), Knife In The Water und anderen Heroen der Szene. Die Musik speist sich aus den oben genannten Quellen, läßt jedoch viel Raum für Sound und Experimente. Gerade hier ist die Nähe zwischen Franklin Delano und Califone sehr deutlich zu spüren. Denn auch wenn es immer wieder Songs sind, die präsentiert werden, gibt es genug Brüche und experimentelle Einlagen, die den 10 Songs die nötigen Ecken verleihen. Auch vor Dissonanzen scheut man gelegentlich nicht zurück. Exzentrische Musik konträr zu oberflächlicher Eingängigkeit eben, die sich nach und nach entfaltet und selbst nach mehrfachem Hören noch den einen oder anderen neuen Aspekt eröffnet. Ein gelungenes Gesamtwerk, das die Italiener noch weiter in der Publikumsgunst aufsteigen lassen wird. In Deutschland wird das Album über den Mailorder Moonhead vertrieben.
Karsten Frehe
GOTHMUND
Hier machen Italiener amerikanische Folkmusic. Wer jetzt an einen Bob Dylan
oder Neil Young denkt, liegt nicht ganz falsch. In den Grundstrukturen der Songs
finden sich durchaus Verweise auf die Folk-Urgesteine. Aber Franklin Delano spielen
letztlich doch eine ganz andere Art von Folk: noisig, artifiziell, experimentell.
Auch bluesige, countryeske, bisweilen jazzige Elemente tauchen auf. Das alles
ist nichts für das schnelle Nebenherkonsumieren. Diese Band kann auf Dauer
anstrengend werden zumindest für all jene, die klassische
Popsongstrukturen gewohnt sind.
Die Musik von Franklin Delano ist komplex, auch improvisiert, weshalb längere
Stücke bis hin zum über elfminütigen Your Perfect Skinline
keine Seltenheit sind. Disharmonische Akzente und ein teilweise gegen den Strich
gebürsteter Duettgesang erweisen sich als Widerhaken, mit dem sich die Combo
erfolgreich der Eingängigkeit widersetzt.
So ein bisschen erinnern die vier Italiener auch an postmoderne Folkprojekte à
la Bright Eyes. Die Stimme von Paolo Iocca würde sich mit der Connor Obersts
ganz gut vertragen.
Den Bonus des Ungewöhnlichen muss man dem Album auf jeden Fall bescheinigen.
Gleichzeitig ist es aber keine Platte, die ungeteilte Begeisterungsstürme
hervorrufen wird. Dazu ist sie insgesamt einfach zu sperrig.
Like A Smoking Gun In Front Of Me ist bisher nur als Import zu beziehen,
der Vertrieb in Deutschland wird derzeit vorbereitet.
21.10.2005 | Stefan Bast | © gothmund.de
RAGAZZI MUSIC
Hier machen Italiener amerikanische Folkmusic. Wer jetzt an einen Bob Dylan
oder Neil Young denkt, liegt nicht ganz falsch. In den Grundstrukturen der Songs
finden sich durchaus Verweise auf die Folk-Urgesteine. Aber Franklin Delano spielen
letztlich doch eine ganz andere Art von Folk: noisig, artifiziell, experimentell.
Auch bluesige, countryeske, bisweilen jazzige Elemente tauchen auf. Das alles
ist nichts für das schnelle Nebenherkonsumieren. Diese Band kann auf Dauer
anstrengend werden - zumindest für all jene, die "klassische" Popsongstrukturen
gewohnt sind.
Die Musik von Franklin Delano ist komplex, auch improvisiert, weshalb längere
Stücke bis hin zum über elfminütigen "Your Perfect Skinline"
keine Seltenheit sind. Disharmonische Akzente und ein teilweise gegen den Strich
gebürsteter Duettgesang erweisen sich als Widerhaken, mit dem sich die Combo
erfolgreich der Eingängigkeit widersetzt.
So ein bisschen erinnern die vier Italiener auch an postmoderne Folkprojekte à
la Bright Eyes. Die Stimme von Paolo Iocca würde sich mit der Connor Obersts
ganz gut vertragen.
Den Bonus des Ungewöhnlichen muss man dem Album auf jeden Fall bescheinigen.
Gleichzeitig ist es aber keine Platte, die ungeteilte Begeisterungsstürme
hervorrufen wird. Dazu ist sie insgesamt einfach zu sperrig.
"Like A Smoking Gun In Front Of Me" ist bisher nur als Import zu beziehen,
der Vertrieb in Deutschland wird derzeit vorbereitet.
Stefan
SELLFISH
Franklin Delano stammen aus Bologna, was sie aber nicht daran hindert auf ihrem zweiten Album wieder ihrer Variante von Folk-Rock uramerikanischer Prägung nachzugehen. Die Rohentwürfe entstanden daheim in Italien. In Chicago nahm man den Rest mit Califone auf. Produziert hat Brian Deck, der sich sonst unter anderem für Modest Mouse oder die fantastischen Iron & Wine verantwortlich zeigt. Trotzdem wirkt die Produktion manchmal etwas fahrig, der Gesang nicht integriert. Oft scheint es so als hätten Franklin Delano nicht selten noch im Studio improvisiert. Als Referenz ist dann auch Califone zu nennen. In ihren epischen Momenten fühlt man sich sogar an eine düstere Variante von Sigur Ròs erinnert. Das Album ist nicht für Personen mit angekratzter seelischer Verfassung geeignet, was nicht nur an Paolo Ioccas stimmlicher Nähe zu Layne Staley liegt. "Please Remember Me" oder "Matter Of Time" sind solche Songs die zu depressiven Verstimmungen führen könnten. Gelegentlich wird auch der Verstärker aufgedreht, wie in "All You Body Broken Clue". Nicht nur hier wird der Refrain noch nach Aussetzen der Musik mantraartig runtergebetet. Franklin Delano verbinden Jazz mit klassischen Folk. Dabei hat der Hörer stets das Gefühl die Musik in Zeitlupe wahrzunehmen. Alles wirkt sehr beklemmend und befremdend wobei klassische Hörgewohnheiten arg strapaziert werden. Es braucht schon viel Zeit um einmal Zugang zu "Like A Smoking Gun In Front Of Me" zu finden. Aber selbst dann ist das Album leider viel zu oft nicht experimentell sondern einfach nur einschläfernd. Jeder Song baut sich minutenlang auf derselben Gitarrenfigur auf. Besser wird es immer dann wenn Marcella Riccardi und Iocca im Duett singen und dabei die Lautstärke angehoben wird wie im abschließendem elfminütigen "Your Perfect Skin Line". (5/10)
Dominik Waßerloos
TONSPION
22.11.05
Selbstzerstörerische Schönheit aus Folk und Lärm
Was sind schon Ozeane? Für Franklin Delano kein Hindernis. In Bologna und
Chicago ließen sie ihr zweites Album entstehen. Gemeinsam mit ihren Freunden
von Califone schufen sie eine sacht lärmende und umwerfende Countryalternative.
Schicht für Schicht baut "Like A Smoking Gun In Front Of Me" sachtes
Lärmchaos um schlicht schönes Songwriting. Franklin Delano lassen ihren
Songs Zeit, scheren sich nicht um Überlängen und geben jedem Rauschen,
Hallen und Brummen den Platz, den es eben braucht. Das Noise- und Störelement,
das auch Lambchop bei ihren Livekonzerten fruchtbar zu nutzen wissen, kommt hier
zu größeren Ehren, veredelt und dekonstruiert Liedstrukturen und sorgt
variantenreich für konstante Spannung.
Nachdem die Band um Paolo Iocca und Marcella Riccardi in Bologna Liedfundamente gelegt hatte, trugen sie die Aufnahmen nach Chicago, um sie dort wachsen und reifen zu lassen. Unter der Produktionsregie von Brian Deck (Iron & Wine, Modest Mouse, Tortoise) entstanden sich ewig wirr und leidenschaftlich umspielende und verlierende Melodiebögen, Klangbastarde, Perkussionswolken und Lärmkonstrukte. Passgenau ergänzen sich Bologna- und Chicago-Teil zu selbstzerstörerisch-schönen Songs und Miseren. So ist "Like A Smoking Gun In Front Of Me" ein famoses Werk, das angenehm an frühe dEUS und späte A Silver Mt Zion, an Lambchops "Is A Woman" und Tom Waits` "Bone Machine" erinnert, und dem man sogar die minimale Überlänge fast völlig verzeiht. (sc)
Redaktionswertung: 5/6
Album: Like A Smoking Gun In Front Of Me
Label: Madcap Collective/File-13
Released: 2005